Markenentwicklung und Markenführung bedürfen des Weitblicks und der umfassenden Kompetenzen eines Kurators.
Wir kuratieren Ihre Marke.
Wer nur etwas von Marken versteht,
versteht nichts von Marken.


Deisenberger Branding

Vom Agenturchef zum Agenten,
Kurator und Berater

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Meine erste Agentur für Branding und Design in Wien hieß Deisenberger & Lübke. Andreas Lübke war Unternehmensberater. Nach dem Tod von Andreas Lübke 2001 habe ich das Buero 16 gegründet. Die Agentur wurde 2010 neuerlich umbenannt in Brainds / Intelligente Marken. 2014 nahm ich mir eine Auszeit zum Nachdenken, 2015 stieg ich aus.

Die Idee zur Neugründung entstand aus der wachsenden Unzufriedenheit eines ästhetischen und konzeptionellen Perfektionisten mit den pragmatischen und betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten einer großen Agentur. Ich wollte nicht mehr verwalten, sondern wieder gestalten, als freier Markenberater, Creative Director und Art Director. Mit minimalem Aufwand, kleinem Team und daher genügend viel Zeit und Energie für außergewöhnliche Gestaltungen. Meinen Traum von kompromissloser Qualität kann ich nun endlich wieder realisieren.

Als ich 1995 von Italien nach Wien zurückkehrte und meine erste Agentur gründete, war ich guter Dinge. Werbung zu machen war mir langweilig geworden, Identitäten zu konstruieren und gestalten war die interessantere Herausforderung. Schließlich geht es dabei nicht nur um Formgebung, sondern von Anfang an um die intellektuelle Durchdringung, die Kreativität der Gedanken und ein Gespür für kulturelle Felder, Zusammenhänge und Positionierungen.

Auch mein Kunststudium und meine Liebe zur Literatur kamen beim Branding zum Tragen. Gilt es doch Bilder, Stile und Ästhetiken zu erfinden und interessante Geschichten zu erzählen. Dass Branding vor allem „Storytelling“ ist, gilt heute als Selbstverständlichkeit.

In einer komplexeren Welt braucht es komplexere Marken in einfachster und einheitlicher Form. Kulturen leisten das: die Marke Italien etwa erkennt jeder augenblicklich an ihrer Kultur, obwohl die Kultur Italiens höchst komplex ist. Markenwelten als eigene Kulturen aufzufassen war meine Überzeugung von Anfang an. Heute steht dieses Prinzip im Zentrum meiner Arbeit. Deisenberger Branding ist meine neue Organisationsform, die den hohen Anforderungen moderner Markenkulturen gerecht wird. Eine Marke zu kuratieren bedeutet, sie zu einer eigentümlichen Kultur zu entwickeln.

Markenbewusstsein aufbauen in Österreich

Österreich war 1995 in Sachen Branding ein Entwicklungsland – das reizte mich, über meine eigene Arbeit hinaus die Rolle des Entwicklungshelfers und Propagandisten zu übernehmen. Ich beauftragte Studien, die das Markenbewusstsein österreichischer Manager abfragten und las deren Ergebnisse mit einem weinenden und einem lachenden Auge: In diesem Neuland ließ sich etwas aufbauen. Der Pioniergeist hatte mich erfasst.

Motivationsprobleme waren undenkbar, es herrschten Aufbruchstimmung und Begeisterung für die schöpferische Aufgabe, für Marken Welten und Mythen, Charaktere und Identitäten zu erfinden und zu visualisieren. Im kleinen Team gab es enge Zusammenarbeit. Gemeinsam das Beste zu geben, um einen großen Wurf zu landen, war selbstverständlich. Auch wenn dabei nicht selten Nächte und manchmal sogar Wochenenden durchgearbeitet wurde, weil das Ergebnis noch Luft nach oben hatte.

Qualität war und ist für mich der höchste aller Werte

An oberster Stelle stand die Qualität. Ihr wurde nicht nur der Schlaf, sondern auch der betriebswirtschaftliche Gewinn gerne geopfert, wenn anders das Optimum nicht erreichbar war. Diese Grundhaltung entstammte meinen frühen Jahren als Künstler. Künstler sind stets bereit, alles für ihre Sache zu geben. Mein Brennen für die höchst mögliche Vorstellung von gedanklicher und gestalterischer Qualität zog ähnlich gestrickte Gestalter und Gestalterinnen an, übertrug sich auf sie, riss sie mit.

Trotz – oder gerade wegen – der Zweitrangigkeit kaufmännischer Ambition hatte die Agentur Erfolg und begann zu wachsen. Unser Qualitätsstandard machte von sich reden, wir wurden empfohlen und unsere zahlreichen Design-Preise machten es überflüssig, Geld für die eigene Kommunikation auszugeben. Darin lag eine ganz eigene, etwas andere Art von Rentabilität. Der wahre Lohn aber lag im Enthusiasmus und in der stolzen Freude über das gelungene Werk. Arbeiten war ein Flow-Erlebnis.

Der Preis der Ökonomisierung

Die erfolgreiche Agentur wachsen zu sehen war auch eine Freude, zumindest anfangs. Doch mit dem Wachstum ging eine schleichende Veränderung einher. Das Risiko wuchs und mit ihm die Macht der Betriebswirtschaft und des Controlling. Strukturen mussten entwickelt werden, Abläufe festgeschrieben, Stunden gezählt, Prozesse verwaltet werden. Immer mehr Projektmanager kamen auf immer weniger Kreative. Die Mitarbeiter wurden in Units aufgeteilt, diese musste jemand leiten, also hielt das Prinzip der Hierarchie Einzug in die davor gut gelaunte, wenn auch ein wenig chaotische Truppe. Interne Rivalitäten und Machtkämpfe waren die Folge. Die Stimmung begann zu sinken. Gearbeitet wurde nicht mehr aus intrinsischer Begeisterung, sondern weil man musste. Der Stresspegel stieg, gleichzeitig musste an allen Ecken gespart werden. Kostenoptimierung nannte sich das.

Es ist das Schicksal jeder wachsenden Organisation, ihren Organisationsgrad steigern zu müssen. Der Anteil der Verwaltung wächst. Mit ihm die Flut an Dokumenten, Meetings, Reports, Finanz- und Strategieplanungen. Meine Zeit konnte ich immer weniger als Creative- und Art Director verbringen. Mein neuer Job bestand darin, mit Rechtsanwälten, Banken, Unternehmensberatern, Großkunden, Finanziers und Wirtschafsprüfern Verhandlungen zu führen. Aus dem Gestalter war ein Verwalter geworden.

Am Limit. Rückzug, Ausstieg und Neustart

Die Zeiten, in denen wir aus Enthusiasmus für einen Pitch ohne Zeitlimit und bis zur persönlichen Verausgabung schöpferisch gearbeitet hatten, waren vorbei. Zeiterfassungs-Software regulierte die Stunden möglicher Kreativität. Qualität stand, wie es betriebswirtschaftliche Logik erfordert, nicht mehr an erster, sondern an zweiter Stelle. Dieser Logik entzieht sich prinzipiell das, was in Zahlen nicht messbar ist – die Freude. Die Stimmung, der Geist, der Höhenflug. Der gemeinsame, alles Tun verbindende Sinn. Mehr noch (da muss man schon aufs Ganze gehen): Der Sinn des eigenen Lebens.

Schwindet der Sinn, sinkt die Motivation. Wenn sich die eigene Agentur nicht mehr als offener Möglichkeitsraum, sondern als enges Korsett von Pflichten, Belastungen und Verantwortungen anfühlt, wird es Zeit, sich zurückzuziehen. Nachzudenken, was verloren gegangen ist, wann und warum die Freude verschwunden ist und was schief gelaufen ist.

Ich nahm mir eine Auszeit. Reiste nach Indien. Auf die Analyse der Gründe meines Unbehagens an der Agenturarbeit folgte die zweite Frage: Wie kann ich es besser machen?

Refokussierung für mich und für meine Kunden

Als Markenmacher machte ich für mich, was ich für Marken mache: Refokussieren. Fragen nach dem Kern, den eigenen Wurzeln, den Begeisterungen, dem Charakter, den Motivationsquellen, den stärksten Kompetenzen, der ureigenen Vision und der Mission, die dem eigenen Leben seinen guten Sinn gibt.

Was man bei einem Menschen Selbstfindung nennt, heißt bei einem Unternehmen Rebranding. Ich beschloss 2015, aus meiner Agentur auszusteigen, mich selbst neu zu erfinden und 2016 ein neues Unternehmen zu gründen: Die Deisenberger Branding GmbH.

Eine Agentur, die keine Agentur ist, die ohne Ballast auskommt, in schlanken Strukturen arbeitet, mit Netzwerk-Partnern gestaltet und mir die Möglichkeit zurück gibt, das zu tun, was ich am besten kann: Kulturen explorieren, Designqualitäten suchen, Geschichten erzählen, Welten bauen, Menschen zusammen führen und begeistern, Sinn und Schönheit hervorbringen.

Meine Rolle darin ist nicht mehr die des Agenturchefs, eher die des Agenten, des Akteurs, des Talentesuchers und Design-Kurators. Die Arbeit des Markenberaters und Creative Directors darf wieder mein Leben erfüllen. So ist die Freude zurück gekehrt. Wenn es um Qualitäten geht, darf ich nun wieder Perfektionist sein wie in den Anfangstagen. Back to the Roots, Konzentration auf das Wesentliche! Refokussierung ist das Prinzip meiner neuen Marke. Ich entwickle wieder selber Marken, brenne erneut fürs Branding. Deisenberger Branding ist der sprechende Name dafür.